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Die Bisonherde auf der Weide am Hof, von oben

Geschichte

Seit 1875 am selben Hof.

Eine Familie, die ihr Handwerk nicht aus der Hand gibt: vom Acker über die Weide bis zur Theke, und einmal quer über den Atlantik.

1875: Ein Hof in Sickenhausen.

Sickenhausen bei Kranzberg ist ein kleiner Ort mit fünf Höfen. Einer davon gehört seit 1875 der Familie Wiesheu, heute in fünfter Generation.

Angefangen hat er als Milchhof. Die Kühe haben sich über die Generationen geändert, der Boden und die Felder sind geblieben.

Felder unter weitem Himmel bei Sickenhausen

1980: Von Milch auf Fleisch.

Josef Wiesheu übernimmt den Hof mit 27, gerade Metzgermeister geworden. Zusammen mit seiner Frau Edeltraud stellt er in den folgenden fünfzehn Jahren um: statt Milch nun Fleisch.

Am Anfang stehen 40 Mutterkühe der französischen Fleischrasse Blonde d’Aquitaine. Heute sind es 150.

Eine Blonde-d’Aquitaine-Kuh liegt im Gras

1995: 6.000 Kilometer.

Josef Wiesheu sucht ein zweites Standbein. Eine Reise nach Kalifornien führt ihn zu einem Bisonzüchter, und die Idee lässt ihn nicht mehr los.

Bei der South Alberta Bison Association in Kanada kauft er von vier Farmern 60 einjährige Kuhkälber. Die Heimreise: per Lkw nach Montreal, im Charterflugzeug nach Paris, dann wieder per Lkw bis nach Sickenhausen. Kein Tier geht dabei verloren.

Ein Jahr später folgen fünf zweijährige Zuchtbullen, ebenfalls aus Kanada.

Kuhkälber

60

Kilometer, rund

6.000

Tiere verloren

0

Ein Bisonbulle der Herde
Würste auf den Stangen in der Räucherkammer

1998: Was am Hof wächst, wird am Hof verarbeitet.

Die eigene Hofmetzgerei wird EU-zugelassen. Heute arbeiten dort drei Metzgermeister, eine Auszubildende und insgesamt zehn Leute: schlachten, zerlegen, reifen, räuchern, verkaufen.

1999: Bisons aus Bayern.

Im Frühjahr 1999 kommen die ersten Bisonkälber auf bayerischer Weide zur Welt.

Heute leben rund 60 Mutterkühe, drei Zuchtbullen und ihre Nachzucht auf 18 Hektar Weide in acht Koppeln. Sie sind das ganze Jahr draußen und bekommen kein Kraftfutter. Was sie fressen, wächst auf den eigenen Feldern: Getreide, Mais, Heu und Luzerne.

Bisonkuh mit Kalb am Hang

Die nächste Generation.

Enkel Benedikt Wiesheu hat das Metzgerhandwerk gelernt und übernimmt. Geplant ist, die Herde auf 80 bis 100 Mutterkühe zu vergrößern.

„Ich war von Anfang an überzeugt, dass unser Konzept aufgeht.“

Josef Wiesheu, Metzgermeister

Kopf eines Bisonbullen

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